Alte Talente neu entdeckt

Ich hoffe, ihr seid genauso gut in diese Woche gestartet wie ich. Ich habe beschlossen, dieser auch einen Namen zu geben: Die Woche der neu entdeckten (alten) Talente.

Talente schlummern in jedem von uns. Und sie sind genauso vielfältig und bunt wie der Besitzer. Als Kind musste ich ein bisschen suchen, denn meine Talente lagen wohl in etwas anderen Bereichen wie die der anderen Kinder. Das ist mir besonders immer im Sportunterricht aufgefallen. Sobald es hieß „wir turnen heute“ wollte ich die Flucht ergreifen. SOFORT WEG. Turnen…fand ich immer schrecklich und werde ich immer schrecklich finden. Heute kann ich darüber lachen, dass meine Mutter mit mir extra in eine Sporthalle gehen musste, um die Vorwärtsrolle zu üben – früher fand ich das überhaupt nicht witzig… Ich schien so talentfrei in Sachen Sport zu sein, wie man nur sein kann. Das bewies ich immer wieder aufs Neue, als ich mir beim Handstand abrollen das Knie mehrere Male gegen die Nase schlug.

Der Sportunterricht war für einige Schüler DIE Plattform, wo sie zeigen konnten, was sie können. Plötzlich war der 5er Kandidat das Sportass und der Nerd der Letzte, der auf der Bank saß und wartete, dass er in ein Team gewählt wurde (z.B. ich 😀 ).

Als Kind kann man das noch nicht wirklich differenzieren, dass es Talente oder eben plakativ Schulfächer sind, die den einen Kindern mehr liegen und den anderen weniger. In der Schule muss man in allem gut sein. Das System verlangt es so. Und eine 4 ist der Beweis, dass man gerade noch damit durchkommt. Was machen Schüler also? Sie fokussieren sich auf die 4 im Zeugnis, nehmen Nachhilfe in Mathe (oder Sport, Rolle vorwärts üben und so 😀 ) und versuchen mit ach und krach sich zu verbessern. Später werden uns dann die Fächer im Kopf bleiben, in denen wir keine Genies gewesen sind, aber unsere Talente und Stärken, die wir haben, vergessen wir. Dabei liegt gerade hier das Potential.

Ein anderes Beispiel: Ich singe ja, seitdem ich 13 Jahre alt bin. Hatte jahrelang Gesangsunterricht und habe vereinzelt auf Bühnen gesungen. Fast immer im Vergleich mit anderen Schülern. Ein Ereignis bleibt mir besonders im Kopf, als ich ein Lied performte (Maria Mena – Just hold me), dass damals eine echte Herausforderung für mich gewesen ist. Dieses Lied sang ich nicht allein, sondern im Duett mit einer hervorragenden Sängerin. Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, wie der absolute Vollhorst. Dieses Erlebnis setzte sich fest, sodass ich auf das Singen schon keine Lust mehr hatte und glaubte, ich hätte dafür kein Talent. Ein Glück, dass der Knoten irgendwann geplatzt ist, sonst hätte ich jetzt das wunderschönste Hobby der Welt nicht für mich entdeckt.

Aus Talent wird Leidenschaft

Bleiben wir beim Singen. Früher war es ein Graus für mich auf der Bühne zu stehen, heute singe ich bei jeder Gelegenheit (an alle Hochzeitswilligen – ich hab noch ein paar Termine frei 😛 > mail me ). Es tut gut zu wissen, wo die eigenen Stärken liegen, was man kann und vor allem: Womit man sich selber eine Freude machen kann! Für mich gibt es nichts Schöneres als ein leeres Haus, ein Mikrofon und meinen Laptop – it’s showtime babe!

Leidenschaft ist eine ganz wichtige Sache im Leben. Ohne Leidenschaft fehlt der Antrieb und der Sinn. Die Frage „wofür mache ich das eigentlich“ stellt sich nicht mehr. Ich mache es für mich. So ist es auch mit meinem Job. Ich mache die Aufträge natürlich auch aus finanziellen Gründen, klar, wer nicht. Aber ich genieße es, sagen zu können, dass ich das, was ich tue, aus Leidenschaft mache.

Ein Luxus , den ich jedem von Euch nur wärmstens empfehlen kann. Es erfordert Arbeit und ein vielleicht auch längeres Suchen, aber es lohnt sich!

Geht mal zurück zu euren Ursprüngen, eurer Kindheit, eure Schulzeit. Vielleicht werdet ihr schon bald fündig werden! 😉




4 Gedanken zu “Alte Talente neu entdeckt

  1. „Der Sportunterricht war eine tolle Plattform für all diejenigen Schüler, die sonst im Unterricht nicht viel zu bieten hatten.“

    Ich finde diese Aussage ist nicht korrekt. Nur weil du schwach im Sport warst
    , heißt es nicht dass die starken Sportler in anderen Fächern schlecht waren oder „sonst nicht viel zu bieten hatten“.

    Der Satz ist leider sehr unpassend.

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    1. Hey, ich hoffe, dass aus meinem Text eine gewisse Ironie und Provokation herauszulesen ist. Bitte nicht so ernst nehmen.
      Es geht in diesem Zusammenhang eigentlich nur um die Tatsache, dass Menschen verschiedene Talente haben. Die einen mehr in Sport, die anderen mehr in kognitivem Denken und wenn jemand beides hat – umso besser! 🙂

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