Eine Krise. Eine Chance. Ein Neuanfang

Bevor dieser Titel fehlinterpretiert wird. Nein, um Ehekrisen soll dieser Beitrag nicht gehen. Stattdessen aber um die Antriebskraft, die in uns steckt und wie wir schmerzhafte Ereignisse im Leben als Motor für Neues nutzen können. 

Ein kluger Mensch hat gesagt, dass sich der Charakter eines Menschen fast nicht verändern lässt. Ausschließlich gravierende Ereignisse im Leben, die von Schmerz, Trauer, Freude oder Liebe geprägt sind, sind in der Lage, uns in unseren Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Glaubensmustern zu ändern.

Es gibt zahlreiche Ereignisse, die auf den ersten Blick fehl am Platz, unpassend und wahnsinnig schmerzvoll erscheinen. Ob eine Trennung nach langjähriger Beziehung, der Verlust eines innig geliebten Menschen oder die Tatsache, dass man im Leben einen riesengroßen, unverzeihlichen Fehler begangen hat. Manche Menschen versinken nach Schicksalsschlägen in einer tiefen Phase der Depression und ehe sie sich versehen, sind sie im Strudel der Negativität untergegangen.

Auch unsere letzten Jahren waren geprägt von einigen gravierenden, negativen Ereignissen, Schmerzen und Trauer. Es passiert schleichend und doch kommt irgendwann das Gefühl auf, die Kontrolle verloren zu haben. Man fühlt sich von seinen eigenen Gefühlen fremdgesteuert. Uns erging es ähnlich. Ein ständiger Kreislauf aus Antriebslosigkeit, Perspektivenlosigkeit und innerer Leere. Eines Tages jedoch, als sich das Rad erneut zu drehen begann, kam uns die Erleuchtung, indem wir beschlossen, unser Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Wenn sich die Spirale abwärts dreht, lohnt es sich immer nach der Ursache zu suchen

Wir stellten fest, dass wir in unserem Leben einige Entscheidungen getroffen hatten, hinter denen wir nicht mehr stehen konnten und das sich immer mehr das Gefühl breit machte, „einfach-mal-etwas-komplett-neues-zu wagen.“

Albert und ich waren tatsächlich immer schon etwas verrückt. Unser Spruch „ach komm Schatz, lass uns mal was verrücktes tun“, nahmen wir beim Wort und so war alles dabei –  angefangen vom Joggen im Schneesturm über Straßenmusik auf dem Weihnachtsmarkt bis hin zum Gedanken des „ach, wollen wir nicht woanders einen Neustart wagen?“

Ein Neustart fühlt sich an, wie wenn ich einen leeren PC das erste Mal hochfahre 😀

Wir haben diesen Gedanken lange, ja, eigentlich seit fast vier Jahren, mit uns herumgetragen. „Einfach mal woanders einen Neustart wagen..“ Das Gefühl , was sich bei diesem Gedankenspiel einstellte, war eine Mischung aus Abenteuerlust, Neugierde und Freiheit. Ja, man kann fast sagen, dass dies meine Vorstellung vom waschechten Lebensgefühl ist.

Naja, und so kommt es, dass wir nun, 9 Monate nach unserem letzten gravierenden (und schönsten) Ereignis an der wunderschönen Ostsee unsere neue (Wahl-)Heimat gefunden haben.

Wenn ich so aus meinem Altbaufenster in die Dämmerung schaue, hier und da eine Sirene, eine Hupe oder feiernde Studenten höre, dann fühlt es sich richtig an. Die Möwen wecken uns jeden Morgen mit ihrem unverkennbaren Laut. Und wenn einen doch der Alltag mal einholt und aus dem Gleichgewicht zu bringen droht, fahren wir einfach ans Meer.

Ja, wir haben es gewagt, ein Kind, ein Umzug, ein Neuanfang.

Und gegen alle Skeptiker und Zweifler kann ich aus ganzem Herzen sagen: Ich würde es wieder tun.

Als Abschlussgeschenk für den heutigen Abend hinterlasse ich euch mein Lieblingslied, das mich die letzten Monate aus tiefster Seele gesprochen hat. Wer weiß, vielleicht wird es auch dir weiterhelfen? 😉

 

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