Warum weniger Ballast für mehr Zufriedenheit sorgt

Ich habe es an der einen oder anderen Stelle schon einmal durchscheinen lassen, dass ich mich derzeit viel mit den Themen Nachhaltigkeit, Minimalismus oder Gemeinwohlökonomie beschäftige.

Es ist bereits einige Jahre her, als ich auf meiner Ein-Frau-Fahrradtour von Leipzig nach Magdeburg damit in Berührung gekommen bin. Damals stand ich an einem Punkt im Leben, der nach Veränderung schrie. Zum einen hatte ich gerade mein Abitur in der Tasche und zum anderen hatte ich noch keine Ahnung, wie mein Leben weiter verlaufen sollte. Was wollte ich lernen? Soll ich studieren? Wenn ja was? Die unzählige Auswahl an Möglichkeiten erschreckte mich so sehr, dass ich ziemlich überfordert gewesen bin..und beschloss daher, mir, während einer Fahrradtour durch den Osten Deutschlands, ein bisschen Zeit zum Nachdenken zu nehmen. Aber auch eine andere Mentalität kennenzulernen.  Ich schnappte also mein Fahrrad, buchte mir einen Sitzplatz im Fernbus und wartete gespannt auf das, was kommen sollte.

Es gibt Menschen, für die gibt es weitaus mehr als Arbeit und materiellen Besitz. Oft werden diese als „Alternative“, „Ökos“ oder mit sonstigen z.T. abwertenden Begriffen betitelt. Doch blickt man hinter diese Klischees, fällt auf, dass viele ein unbezahlbares Gut mit sich führen: Zufriedenheit. Das fängt bereits bei der Wohnungseinrichtung ein, die nicht einem Einrichtungsmagazin á la Schöner Wohnen entspringt, sondern vielleicht eher Ebay Kleinanzeigen.

In den letzten Wochen bin ich auf einen Begriff gestoßen, der es gut trifft: Minimalisten. Minimalisten haben sich intensiv mit dem auseinandergesetzt, was sie wirklich zum Leben brauchen. Es fängt bei der Wohnung an, die ausgemistet wird und es folgen weitere Bereiche wie die Hobbyliste, der Freundeskreis oder der Job.

„Alles, was dir kein gutes Gefühl vermittelt, solltest du einfach ablegen. Glück und Zufriedenheit entstehen also durch das Umgeben mit Dingen, die uns positiv stimmen.“

Zurück zu meiner Fahrradtour. An sich ist es ja nicht unüblich, mit dem Rad 130km zurückzulegen. Für mich war es das jedoch schon. Schließlich schaffte ich zuhause nicht einmal 30km und zweitens wäre es mir nie in den Sinn gekommen, ungeplant durch die Gegend zu fahren. Und das war das Besondere: Ich folgte auf meinem Weg lediglich meinem Instinkt und der spärlichen Radwegbeschilderung – die gesamten 130km. Auf meinem Weg begegnete ich fremden Menschen, mit einzigartigen aber auch sehr traurigen Lebensgeschichten. Von jungen Erwachsenen, die sich in der Politik stark machen, von Familien, die sich für ihre Nachbarn und die Gemeinschaft engagieren, von einer Frau, die ihre Tochter bei einem Autounfall verloren hat…Ich habe mit den Menschen gelacht und geweint und habe sie bis heute nicht vergessen. Die letzten Jahre jedoch, waren geprägt von Studium, Arbeit und dem Anschaffen von materiellen Gütern. All das, worauf die meisten Menschen ein Leben lang für Arbeiten. Es ist ein ewiger Kreislauf, ein Hamsterrad, das die meisten bescheiden hinnehmen und versuchen, das immer schneller werdende Tempo mitzuhalten. Als Mutter frage ich mich nun, ob es das wirklich ist, was ich für Eleonora möchte. Ein Leben, das nur daraus besteht, immer besser zu werden. Sich immer weiter zu optimieren.. bis..ja, bis was eigentlich? Bis man endlich glücklich ist? Bis man sich das ersehnte Traumhaus bauen kann, das dann doch mehr Arbeit macht, als erwartet? Bis der hart erkämpfte Jobaufstieg kommt, der einem noch weniger Zeit mit der Familie lässt? Bis der erste Herzinfarkt kommt und man merkt, dass das Leben eigentlich doch so schnell vorbei sein kann?!

Nun liegt es also an uns, herauszufinden, was uns glücklich macht oder einfacher gesagt: Wir müssen das Leben von dem Ballast befreien, der es beschwert und uns im wahrsten Sinne des Wortes „schwer auf dem Gemüt“ liegt.

Ich habe bereits die ersten Kartons gepackt mit Dingen, die ich nicht mehr brauche und die ich an einem freien Nachmittag mal bei Ebay Kleinanzeigen reinstellen werde..oder spende. Der Rest folgt 😉

 

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