Wenn Schlaf überflüssig wird oder wie ich mit Entwicklungsschüben umgehe

Vielleicht kennen einige Eltern unter Euch das Buch „Ohje ich wachse“. Ich würde mal behaupten, dass dies ein Dauerbrenner ist, der zu den must-haves eines worauf-muss-ich-als-Elternteil-vorbereitet-sein-Bücherregals gehört. In diesem Buch wird erstmals darauf eingegangen, warum Kinder im ersten Lebensjahr manchmal so ultimativ anstrengend sein können und es wiederum Phasen gibt, wo wir unsere Kleinen vor Ausgeglichenheit kaum wiederkennen. Der Schlüssel liegt in den Entwicklungsschüben der Kleinen.

Schon der Untertitel besagt „Von den acht „Sprüngen“ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 14 Monate und wie Sie damit umgehen können.“ Und gerade der letzte Satz ist meiner Meinung nach sehr sehr wichtig.

Vielleicht habt auch ihr schon die Erfahrung machen dürfen, in einer Runde von Müttern zu sitzen (und ich meine hier leider ausschließlich Mütter, denn ich glaube, dass dieses Phänomen unter Frauen besonders weit verbreitet scheint) und über eure Kinder zu erzählen, was im Laufe des Gesprächs, ganz unbemerkt, in ein Vergleichen erster Klasse übergeht. Jaja, Frauen vergleichen ja gerne – sich selbst und eben ihre Kinder. Die meisten zumindest. Problematisch wird das Vergleichen, wenn man feststellt, dass das eigene Kind etwas schon oder noch nicht kann. Oder einfach gerade ganz anders zu ticken scheint, wie seine „Artgenossen“. Während andere Kinder seelenruhig noch ihre 3 Tagesschläfen halten, schlafen andere Kinder gar nicht mehr. Selbst dann nicht, wenn sie gerade einmal 3 Monate alt sind. So ein Exemplar habe ich nämlich zu Hause. 😀

Was habe ich mich verrückt gemacht…und mich gefragt, wieso dieses Kind mit seinen zarten 12 Wochen einfach keinen Schlaf mehr möchte. Dabei ist sie doch noch so klein und alles was sie entdeckt, muss doch auch verarbeitet werden. Dachte ich mir. Zum Teil hatte ich Recht, zum Teil irrte ich mich aber gewaltig.

Die positive Nachricht: Nichts bleibt für die Ewigkeit.

Das kann man jetzt philosophisch betrachtet auch auf das Leben beziehen oder eben auf den Gemütszustand der Kleinen. Denn inzwischen ist Eleonora 4 Monate alt und schläft friedlich wieder ihre 3x 30 Minuten am Tag. Andersrum muss man leider auch sagen, dass pflegeleichte Babys auf einmal anstrengend werden können und Mamas und Papas Nerven echt strapazieren können.

Blickt man aber durch die Brille der Entwicklungsschübe und versetzt sich in die Lage eines kleinen Babys, das 10 Monate Ruhe, Wärme, Sattheit und Geborgenheit im Bauch erfahren hat, kann man sich in etwa vorstellen, warum manche Säuglinge plötzlich wie ausgewechselt zu sein scheinen. „Irgendwie ist nichts mehr so, wie es mal war. Die Welt um mich herum verändert sich. Klar, Mama und Papas Stimme kannte ich schon von meinem damaligen Zuhause, aber jetzt kommen auch so viele komische andere Gesichter auf mich zu und lächeln mich immer so dämlich an. Manchmal kann einem da echt Angst und Bange werden. Was wollen die alle von mir?! Und wenn ich dann Mamas oder Papas Arm verlasse ist Schluss mit lustig. Wo sind wir denn hier? Denkt hier auch mal jemand an mich? Und dann gibt es auch diese vielen neuen Sachen, die ich entdecke. Da ist ein zotteliges Etwas, was ständig um mich herumtanzt. Mama sagt immer Hund dazu. Oder das Rasselding, das ich jetzt schon fast alleine in meiner Hand halten kann. Ach ja Hände…ich liebe meine Hände. Deswegen stecke ich mir die auch so gerne in den Mund. Am liebsten den ganzen Tag. Mmmhh…yummi. Was ich auch sehr gerne habe, ist das Brumm-Ding, weil das so schöne laute Geräusche macht. Da schlafe ich meistens ganz schnell ein. Ja und es erinnert mich manchmal an Mamas Bauch. Naja eigentlich erinnert es mich…immer..an..Mamas Bauch..*schnief*und dann werde ich ganz traurig..*schnief*… WEIL ICH UNBEDINGT DAHIN ZURÜCKWILL!“ 

Ja, so in etwa stelle ich mir Eleonoras Gedanken vor 😀 Und es hilft mir, sie manchmal zu verstehen, wenn sie mich mit ihrem Geschrei bis an den Rande des Wahnsinns treibt. Wenn nichts mehr hilft…außer Nähe und Geborgenheit.

Und das sind die beiden Schlüssel, die ich Euch mit auf den Weg geben möchte. Das Schreien ist nichts anderes als Wehmut, Trauer, Verzweiflung oder Hilflosigkeit und anstatt genervt oder sauer zu reagieren hilft es unseren Kleinen, ihnen Hilfe und Unterstützung zu geben, indem wir einfach für sie da sind.

Bildquelle: Stockfoto (Nr. Bild: 87602346)

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