45 Minuten Kreißsaal – Warum eine Sturzgeburt auch kein Zuckerschlecken ist

Inzwischen ist Eleonora schon ganze sechs Wochen alt..und die Erinnerungen an die Zeit mit riesigem Babybauch rücken allmählich in die Ferne.

Ich wurde von einigen gefragt, wie die Geburt denn so verlaufen sei und wer bereits meinen Geburtsbericht gelesen hat, durfte schon einen ersten Einblick erhalten. Allmählich habe ich zu den Erfahrungen und Eindrücken jedoch Abstand gewinnen können und auch wenn die Geburt das bisher größte Ereignis in meinem Leben war, war nicht alles rosig. Vor allem nicht die Zeit danach.

„Nach der Geburt sollte eigentlich alles vergessen sein, aber das war es nicht.“

Ich habe oft gelesen, dass die Schmerzen nach der Geburt schnell vergessen sind. Seltener liest man, das dem nicht so ist. Da kann ich zustimmen. Zwar hat sich mein Körper relativ schnell von den Strapazen erholt, aber gerade jetzt, einige Wochen nach der Geburt, merke ich, dass mein Kopf das Erlebte gerade erst zu verarbeiten beginnt.

Eine Sturzgeburt ist kein Zuckerschlecken, auch wenn viele das denken mögen. Nicht nur, weil es so unfassbar schwer zu begreifen ist, dass von ein auf die andere Minute plötzlich ein Mensch in dein Leben stolpert, sondern auch, weil es einfach ungeheure Schmerzen sind. Klar, Schmerzempfindungen sind immer subjektiv, aber wenn ein Baby förmlich durch das „Becken schießt“, ist das erstmal ein kleines Trauma. Hinzu kam der ungeheure Blutverlust.

Am schlimmsten habe ich jedoch die erste Nacht empfunden. Es herrschte ein unglaublich großer Andrang (wofür ja niemand etwas kann –  das war eben Pech), aber dadurch war leider kein Familienzimmer mehr frei. Mein Mann wurde somit um 19 Uhr nach Hause geschickt, was für mich in diesem Moment katastrophal war. Ich war mit meinen Kräften und Nerven am Ende und dann nahm man mir die Person, von der ich in diesem Moment so sehr die Unterstützung gebraucht hätte. Ich fühlte mich hilflos, allein und komplett überfordert.

Auch heute noch tut es mir wahnsinnig leid, dass ich die ersten Tage gar nicht so richtig genießen konnte. Das Mamaglück und das Gefühl von „ist-mir-alles-egal“ wollte sich nicht so wirklich einstellen. Das kam dann erst in den eigenen vier Wänden.

Doch auch heute wäre es gelogen, wenn ich sage, dass alles locker von der Hand geht. Mama sein ist definitiv eine neue Art der Herausforderung und sollte daher vom Umfeld und Partner auch respektiert und wertgeschätzt werden.

Nehmt euch auch mal Zeit für euch, das hat mir wahnsinnig gut getan. Und nein, damit meine ich nicht gleich einen acht-Stunden-shopping-Tag, sondern die kleinen Dinge:

  • einen Mini-Beauty-Abend im heimischen Bad
  • einen stressfreien Supermarktbesuch
  • den Rückbildungskurs
  • einen Spaziergang
  • ein Glas Sekt (alkoholfrei) und eine gute CD
  • oder (passend zur Jahreszeit): einen Weihnachtsmarktbesuch

Nur wer seine Bedürfnisse kennt und sich diese erfüllt, wird auf Dauer zufrieden sein.

Daher seid kreativ und überlegt euch, was euch gut tut. Ich bin gespannt, was euch noch einfällt!

 

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