Ich soll, ich darf, ich muss – Die Macht der kollektiven Moralvorstellung

Heute schreibe ich über ein Phänomen in unserer Gesellschaft, das keineswegs nur Eltern trifft. Aber seitdem unsere Kleine da ist, nehme ich manche Dinge doch sensibler wahr und merke, wie oft wir eigentlich tagtäglich davon umgeben sind. Die Rede ist von – ich nenne es mal – die kollektive Moralvorstellung.

Die kollektive Moralvorstellung stellt unser Umfeld dar und prägt unbewusst unser Tun.

Es gibt nur wenige Menschen, die ich kenne, die wirklich „ihr Ding durchziehen.“ Die meisten zählen wohl eher zu der Sorte Mensch, die sich in gewissen Dingen anpassen und vor allen Dingen vor Entscheidungen erstmal um sich blicken, um zu schauen, „wie andere das so machen.“ Die Anderen sind meist Freunde, Bekannte oder Familie, die wir uns in mancher Hinsicht zum Vorbild nehmen. Sei es in einem bestimmten Lebensabschnitt oder hinsichtlich einer bestimmten Entscheidung. Gerade bei den Themen „Hochzeit“ und „Baby“ trifft das ganz gut zu. Sobald der erste aus dem Freundeskreis die Hochzeitsglocken klingen lässt, dauert es meist nicht lange und der Nächste zieht hinterher. Mit dem Kinder kriegen ist das ähnlich. Unbewusst wirken nun gewisse Themen attraktiver auf uns, da andere bereits gute Erfahrungen mit Ihnen gemacht haben. Ein Problem entsteht, wenn man eigentlich weder heiraten noch Kinder haben will. Denn dann kann das Umfeld schnell zum Moralprediger werden, was einem ziemlich auf den Nerv gehen kann.

„Es ist leichter mit dem Strom zu schwimmen, als gegen ihn“

Vielleicht denkt ihr es Euch schon – aber ich zähle mich eher zu denjenigen, die gerne mal mit etwas Mühe gegen die Strömung schwimmen. Natürlich höre ich mir gerne Meinungen an, aber noch lieber, bilde ich sie mir einfach selbst. Gerade in Erziehungsthemen stehe ich immer wieder im inneren Konflikt, welchen Weg ich gehen soll: meinen eigenen oder den der kollektiven Moralvorstellung.

Ich werde in dem einen oder anderen Blogbeitrag nochmal auf die kollektive Moralvorstellung zurückkommen – gerade wenn es dabei um Themen geht, die vielleicht nicht den Geschmack der Mehrheit treffen.

Stillen oder Flasche? Schnulli oder Schreien lassen? Fernsehen oder Abschalten? Was impfen wir? Impfen wir überhaupt? Stillen in der Öffentlichkeit, Babyfotos im Internet oder Mamas mit Karrierewunsch. Wohl keines der Themen lässt auf eine einheitliche, ideale Meinung schließen.

Aber schließlich wollen wir und unsere Kinder doch alle Individuen bleiben und keine Kopie einer scheinbar perfekten Mehrheitsmeinung, oder?

 

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