„Ich bin dann mal weg“ – Warum Mamas auch mal allein sein dürfen

Gestern war es soweit – ich hielt meine Eintrittskarte zum Pforzheimer Wirtschaftspreis in der Hand. Meine erste offizielle Businessveranstaltung seit einer gefühlten Ewigkeit. Zuhause lief ich kurz zuvor noch auf Hochtouren und versuchte mich zu ordnen, denn diesem Abend fieberte ich schon lange entgegen. Nachdem ich entsetzt feststellte, wie spät es bereits war, dass meine Strumpfhose immer dann ein Loch hat, wenn man sie brauchte und Eleonora nochmals Hunger hatte, eilte ich in meinem schwarzen Businessoutfit zum Auto. Die Jogginghose hatte ich für diesen Abend in die dunkelste Ecke gepfeffert – denn jetzt hieß es: Glamour Baby!

Punkt 19 Uhr fuhr ich in die Tiefgarage des Kongresszentrums und spürte schon beim Anblick der Menschenmenge das besondere Flair aus Eleganz, neugierigen Gästen und jeder Menge Netzwerkwillen. Netzwerken ist wohl mein Lieblingswort im letzten Jahr geworden, denn ich lerne gerne neue Leute und deren beruflichen Hintergrund kennen. Manchmal habe ich auch ein echtes Vorbild vor mir stehen. Wie damals die junge Mutter, die mir erzählte, dass sie ihr Start-Up trotz Schwangerschaft fortführte. Warum sollte das auch nicht funktionieren? Heute erkenne ich mich in ihr wider.

Ich werde mit Sicherheit in einigen Köpfen einen Wutanfall auslösen, wenn ich sage, dass ich mein Kind über alles Liebe, aber es dennoch nicht mein Lebensinhalt ist. Vor der Schwangerschaft war ich eine Persönlichkeit mit Werten und Zielvorstellungen, die ich auch jetzt noch habe. Ich stehe dazu, wenn ich sage, dass ich es liebe zu arbeiten und es genieße, am Abend auch hinsichtlich meines eigenen Start-Ups SmartFoodFacts wieder ein Stückchen weitergekommen zu sein. Ich bin ich fest davon überzeugt, dass ein eigenes Business auch mit Kind realisierbar ist. Abende wie der Gestrige bestätigen mich.

Mamas sind wichtig. Aber es geht doch nichts über einen Papa-Baby-Abend

Mein Handy ist immer auf laut und ich bitte Albert jedes Mal, nicht zu zögern mich anzurufen, wenn er die Kleine mal nicht beruhigt bekommen sollte. Bisher ist das jedoch noch nicht vorgekommen.

Ein bisschen weniger Verbissenheit, ein bisschen mehr Mut. Ausprobieren statt resignieren. Was soll schon schief gehen?

Ich genoss den Abend im Kongresszentrum in vollen Zügen, auch wenn ich nicht mal die Halbzeit erreichte. Meine Kleine fehlte mir und auch wenn Albert mir versicherte, dass alles gut zuhause war, machte ich mich auf den Heimweg. Als ich im Auto saß, lächelte ich in den Rückspiegel und wusste innerlich „ich bin wieder da.“

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