Hurra, Eleonora ist da! (M)ein Geburtsbericht

Sicherlich fragt ihr Euch schon, warum es plötzlich so ruhig geworden ist auf FutureMom. Der Grund dafür ist, dass heute vor einer Woche unser kleiner Engel Eleonora das Licht der Welt erblickt hat! ❤

Seitdem genießen wir drei sehr unsere Kuschelzeit, in der ich weder an Blogbeiträge noch anderen Social  Media Content gedacht habe – aber ich denke, das verzeiht ihr mir 🙂

Dennoch möchte ich euch nicht allzu sehr auf die Folter spannen und nachdem ich bereits ein paar wertvolle Stunden Schlaf tanken konnte, nutze ich die neugewonnene Energie, um Euch von dem bisher krassesten, intensivsten und überwältigendsten Erlebnis meines Lebens zu berichten: Der Geburt unserer Tochter.

„Ich habe mir unzählige Gedanken gemacht, doch am Ende kam alles anders“

Dieses Statement trifft den Nagel auf den Kopf. Ob die Frage nach dem Sinn des Geburtsschmerzes, der Ausstattung der Kliniktasche oder die zahlreichen Gedanken, ob und wie ich merke, dass es tatsächlich losgeht. Ich muss im Nachhinein wirklich darüber lachen, wie untypisch und nicht-lehrbuchmäßig alles gelaufen ist. Aber der Reihe nach…

Dienstagmorgen, 17.10.2017 – Der Tag VOR der Geburt

„Ich bin wieder einmal im Krankenhaus. Nachdem ich den gestrigen Tag fast durchgängig mit (für meine Verhältnisse) kräftigen Wehen verbracht habe, sind wir wieder in den Kreißsaal gefahren. Auf dem CTG waren auch ziemlich viele Ausschläge zu sehen, die meine regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen gut widerspiegelten. Nach meinem Gefühl hätte ich schwören können, dass sich nun aktiv etwas tut und die Geburt losgehen würde. Umso frustrierender war es, als die Hebamme abermals zu mir sagte, dass mein Befund unverändert sei und diese Wehen immer noch zu der sogenannten Latenzphase gehörten. Vorwehen, die auch schmerzhaft seien, aber keine Geburt einleiten. Man riet mir zu einer stationären Aufnahme über Nacht und Schmerzmittel, um meinem Körper etwas Schonung zu verschaffen. „Manchmal sei Entspannung notwendig, um die Geburt in Gang zu bringen“, war die Aussage der Hebamme. Bei diesen Schmerzen zu entspannen fiel mir allerdings schwer. Daher willigte ich ein, obwohl ich bis dato alles dafür gegeben hatte, um Medikamente zu vermeiden. Aber vielleicht hatte sie recht…

Die Nacht war in der Tat erholsam und so spürte ich am Dienstagmorgen auch tatsächlich nur noch einen Hauch von Wehen. Ich erhielt meine Entlassungspapiere und einen Heulkrampf erster Klasse. Meine Nerven lagen blank. Nicht nur, dass es wieder ein Fehlalarm war, sondern auch, weil ich das Gefühl hatte, nicht wirklich ernstgenommen zu werden. Ich kam mir mehr oder weniger wie eine Memme vor, die wegen jeder Kleinigkeit ins Krankenhaus rannte, obwohl ich innerlich wusste, dass meine bisherigen Wehen kein Zuckerschlecken waren.

Wir fuhren nach Hause und nach einem leckeren Frühstück sah die Welt schon wieder ganz in Ordnung aus. Am Abend hatte ich wieder einen Akupunkturtermin bei meiner Hebamme, der ich auch mein Leid schilderte. Sie riet mir, einen leckeren Aprikosensaft und Rizinusöl zu kaufen und dieses, mild dosiert, einzunehmen. (An dieser Stelle unbedingt der Hinweis, dass ihr Rizinusöl niemals ohne Aufsicht eurer Hebamme oder eines Arztes einnehmen solltet!)

Mittwochnacht, 18.10.2017 – Es geht los!

1.15 Uhr – Ich wachte mit ziemlichen Bauchschmerzen auf und dachte daran, dass das Rizinusöl womöglich angeschlagen hatte. Im Bad merkte ich auf einmal, dass es mir gar nicht gut ging. Schüttelfrost, Schwindel, Übelkeit & Bauchkrämpfe. Vom Gefühl her waren die Schmerzen anders als die bisherigen Wehen. Ich hatte ein Stechen als ob mir jemand ein Messer in den Bauch hauen würde. Daher weckte ich Albert und ließ mir ein Bad ein. Inzwischen war es 1.30 Uhr.

1.55 Uhr – Es wurde nicht besser und mittlerweile konnte ich auch nicht mehr viel sagen. Auch, wenn ich riskierte, wieder einen Fehlalarm auszulösen, willigte ich ein und ließ mich in die Klinik fahren.

Im Auto wurden die Schmerzen stärker, wir schalteten das Radio ein, um uns ein wenig abzulenken. Es war wunderbar, denn es erklang das Lieblingslied aus meiner Geburtsplaylist „Catch me if you can“.

2.10 Uhr – Am Krankenhaus angekommen war es dann vorbei. Ich konnte nicht mehr laufen. Es eilten zwei Schwestern herbei, die mich auf eine Trage hieften. Sie fragten mich, in welchem Abstand die Wehen kommen würden. Ich antwortete „alle 1-2 Minuten.“

2.20 Uhr – Im Kreißsaal kam ich sofort an das CTG. Ich wollte gar nicht mehr wissen, wie stark die Wehen waren, denn ich hatte Angst, dass DAS erst der Anfang war. Ich hatte mir geschworen, so gut es geht auf eine PDA zu verzichten, allerdings war ich mir nun nicht mehr so sicher. Dann endlich der Muttermundsbefund. (Noch einmal kurz zur Erinnerung: Der Muttermund muss sich auf 10cm öffnen, damit das Köpfchen durchpasst. Als Faustregel sagt man, dass sich dieser 1cm pro Stunde dehnt.)

Die Hebamme schaute mich an und sagte: „Meine Liebe, wir sind bei 9cm!“

Ich hatte Tränen in den Augen. Gedanken schossen wild durch meinen Kopf. WAS GEHT DENN HIER AB?! 9 cm und ich hab gerade mal eine Stunde Wehen?! Ok krass, es geht los. Hilfe, ich habe Angst!. Bald habe ich mein Baby im Arm. Auuuuuuaaaaa!!!!!

2.45 Uhr Ich hatte die erste Presswehe am CTG und musste schleunigst in den Kreißsaal. Dort angekommen, wählte ich den Geburtshocker, liegen ging definitiv gar nicht mehr. Der Druck nach unten hatte so stark zugenommen, dass ich das Gefühl hatte, jeden Moment das Köpfchen zu spüren. Aber da war noch nichts. Die Fruchtblase war schließlich auch noch in Takt. Inzwischen war auch meine (Lieblings-)Ärztin da, die mich die Male zuvor schon so toll betreut hatte. Albert kniete hinter mir. Als die Wehe kam, nahm ich nicht nur meine ganze Kraft zusammen, sondern schrie auch so laut, wie ich es noch nie zuvor getan habe. Es haute mich schier um. „Nicht mehr lange“, hörte ich von irgendwo her. „Sie müssen aufstehen, es ist gleich vorbei.“ Ich wurde auf die Beine gestellt und hockte nun, getragen von den Armen meines Mannes. Es folgte die letzte, schmerzhafteste Wehe und plötzlich machte es PLATSCH. Ich blickte auf den Boden und sah sie – meine Prinzessin! Sie schrie auf Anhieb und nieste vor sich hin. Ich schnappte sie mir und genoß es, ihre Haut auf meiner zu spüren!

3.16 Uhr – Unglaublich, nach gerade einmal 2 Stunden haben wir haben es geschafft.   WIR SIND ELTERN!

Eleonora. 3860g schwer & 51cm groß. Mein Engel.

 

 

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