„Nur wer den Moment zu schätzen weiß, kann die Zeit ziehen lassen.“

Vorgestern hatte ich wieder einen dieser Tage, an dem ich zu philosophieren begann 😀 Das Wetter war noch einmal super schön und angesichts der Tatsache, dass in wenigen Tagen der Herbst so richtig einziehen würde, beschloss ich, mit Ted nochmal einen mehr oder weniger größeren Spaziergang zu machen…

Es gibt da diesen Lieblingsort, den ich habe. Eine große Parkanlage am Rande der nächsten Großstadt. Es ist ein belebter Park mit vielen Spiel- und Sportplätzen, in dem ich vor meiner Schwangerschaft fast jeden Tag joggen war. Auch heute tummeln sich dort Familien, Jogger, Fahrradfahrer und Hundebesitzer, die wohl das gleiche Bedürfnis haben wie ich. Nämlich die letzten schönen vorherbstlichen Momente einzufangen, bevor die Tagestemperaturen kaum noch über die 10°C Grenze klettern würden.

Mir geht es erstaunlich gut und ich glaube, meine Kleine lässt mir nun noch einmal Zeit, Kraft und mentale Stärke für unser bevorstehendes, lebensveränderndes Ereignis zu sammeln: die Geburt. Nachdem ich die letzten Wochen wieder mit massiven (Senk-)wehen zu tun hatte und auch nachts mehrere Stunden wach lag, bin ich nun froh, dass ein wenig Ruhe eingekehrt ist.

Ich spaziere die von Eichen gesäumte Allee entlang und stelle mir vor, in wenigen Wochen einen Kinderwagen vor mir herzuschieben. Ja, womöglich ist es heute das letzte Mal, dass ich (und Ted) unsere routinemäßige Route ablaufen. Es ist nach wie vor unvorstellbar, dass sich in einigen Tagen oder Wochen so gut wie alles ändern wird. Ich begutachte meinen Bauch, der mittlerweile echt schwer geworden ist und versuche mir vorzustellen, wie sie wohl aussehen wird.

Das ist glaub ich DAS Gefühl, das eine werdende Mami (und ein werdender Papi) gegen Ende der Schwangerschaft am meisten verspüren: Pure Neugier! Wem ähnelt das Kleine? Wird es Haare haben? Wie groß und schwer wird es sein? (Und eine Frage, die ich mir derzeit besonders stelle): Ist es bitte bitte auch tatsächlich ein Mädchen??! Ja…die Garantie gibt einem nämlich keiner und angesichts der vielen blöden Sprüche, die mich in den letzten Wochen erreicht haben, wurde ich sehr verunsichert…

  • „Ja, also mein Enkel dachte auch, dass es ein Mädchen werden würde, dabei hat sich die Nabelschnur als kleiner Pipi herausgestellt.“
  • „Dein Bauch sieht aber nicht nach einem Mädchen aus.“
  • „Naja, notfalls könnt ihr das Zimmer ja noch blau streichen.“

Ha…Ha…Ha… :-/ 

Ich streiche den Gedanken aus meinem Kopf, denn meine Intuition sagte mir bereits vor dem Ultraschall damals in der 20.Woche, dass es ein Mädchen werden würde. Basta. Ich betrachte die Bäume mit ihren inzwischen braungefärbten Blättern und lausche dem rauen Herbstwind. Es liegt ein feuchter Geruch in der Luft, ähnlich wie nach einem Regen, aber doch irgendwie herbstlich. Der Herbst gehört definitiv zu meiner Lieblingsjahreszeit ❤ (Und nein, nicht nur, weil ich dort meinen Geburtstag feiern darf 😀 ). Es ist einfach die Zeit der Düfte und des heißen Tees, der Kerzen und Kuscheldecken. Herrlich!

So kommt mir auch der Gedanke, wie wichtig es ist, den Moment zu leben. Man hört das an vielen Ecken und es ist mittlerweile eine ausgelutschte Phrase, aber ich bin überzeugt davon, dass man so die voranschreitende Zeit besser akzeptiert. So fange ich nun noch die letzten Momente meiner Schwangerschaft ein und speichere sie tief in meinem Bewusstsein, um sie dann hervorzurufen, wenn mir mal nach danach ist.

 

 

2 Gedanken zu “„Nur wer den Moment zu schätzen weiß, kann die Zeit ziehen lassen.“

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