Zum vierten Mal ein Fehlalarm – unsere Nervenzerreißprobe

Die Kugel wächst immer weiter und so langsam stellt man sich die Frage, woran frau eigentlich merkt, dass es „so richtig“ losgeht.

Vielleicht gehört ihr auch zu den Schwangeren, deren Bauch ebenfalls extrem empfindlich reagiert – und zwar in Form von Wehen. Ich mache ja schon seit der 23. SSW mit vorzeitigen Wehen rum, wobei es damals definitiv zu früh gewesen wäre. Damals verspürte ich oft einen harten Bauch, der in diesem Stadium der Schwangerschaft eigentlich nicht mehr als 5x pro Stunde vorkommen sollte. Da dies bei mir der Fall war, machten wir uns damals auf in die Klinik, wo ich sanfte, homöopathische Wehenhemmer in Form von Magnesium und Bryophyllum erhielt. Sie wirkten und ich hatte einige Wochen Ruhe, um das letzte Stadium der Schwangerschaft zu erreichen.

In der 34. SSW spitzte sich die Lage dann zu, sodass wir vorsorglich die Lungenreife und starke Wehenhemmer erhielten, die zumindest garantieren sollten, dass unsere Maus im Falle einer Geburt besser bzw. selbstständig atmen konnte. Doch auch das legte sich zum Glück wieder; jedoch sind wir seit diesem Erlebnis natürlich in erhöhter Alarmbereitschaft.

Seit der vergangenen Woche kamen sie dann wieder – die Wehen. Zuerst nur im Rücken und natürlich nachts, in den darauffolgenden Tagen dann auch deutlich durch ein starkes Ziehen im Bauch und Unterbauch zu spüren. Da die Wehen auch nach dem  Baden nicht besser wurde und sich die Abstände von 10 Minuten auf alle 5 Minuten verkürzten, fuhren wir in die Klinik. Laut CTG waren Wehen zu sehen, jedoch zu schwach, um eine Geburt auszulösen.  Zwei Tage später dasselbe Spiel, diesmal nur deutlich höher auf der Schmerzskala zu spüren. Wieder fuhren wir in die Klinik, da alle Parameter passten, die eine ärztliche Abklärung empfehlen. Diese sind:

  • Wehenabstand sollte zwischen 3-5 Minuten betragen (regelmäßig)
  • Schmerzen gehen auch nach Positionswechsel und einem warmen Bad nicht weg
  • Jede Wehe dauert mindestens 1 Minute
  • leichtes Stechen im Unterbauch spricht dafür, dass sich am MM etwas tut

Im Krankenhaus angekommen, erhielten wir bereits die Prognose der Hebamme, dass sie glaubte, dass es losgehen würde. Der Kopf unserer Kleinen war gut im Becken zu ertasten, der Muttermund bereits 2cm geöffnet und die regelmäßigen Wehen stiegen in ihrer Intensität. Wir erhielten die Anweisung, nochmal für 1-2 Stunden aufzubrechen, etwas zu essen und uns auf die Nacht einzustellen. Dann wollte man nochmal schauen, wie sich die Lage entwickelt hat und ob die Geburt vorangehen würde. In den 2 Stunden spazierten wir (schmerzgeplagt) zum nächsten Dönerladen (ja, ihr lest richtig 😀 ), da mein Mann mir bereits Leid tat, der seit dem Mittag nichts mehr zwischen die Zähne bekommen hat und vor dem wohl eine lange Nacht liegen würde 😀 Ich freute mich einerseits über die Schmerzen (so paradox das klingt), denn ich wusste nun, dass ich sie mir nicht eingebildet hatte bzw. mich nicht zimperlich anstellte. Nach unserem kleinen Ausflug erreichten wir schließlich wieder den Kreißsaal und ich merkte, dass die Wehen… nun schwächer wurden?! Das CTG bestätigte meine Empfindungen, die Wehen waren zwar noch da, aber der Toco-Ausschlag lag nun nicht mehr bei 90 sondern bei 50. So wurden wir wieder nach Hause geschickt. Was für eine Nervenzerreißprobe…

Bereits am nächsten Abend dann dasselbe Spiel…dieses Mal erhielten wir jedoch ein Zimmer zur stationären Beobachtung. Aber auch hier das gleiche Mysterium: starke Wehen über mehrere Stunden und plötzlich..weg. Wir können es uns nicht erklären, doch es zerrt an den Nerven…Klar, keiner hat eine Kristallkugel und niemand kann uns sagen, wann es losgeht. Zumal ich weiß, dass eine Geburt in der 37.SSW zwar kein Problem mehr wäre, aber 40 Wochen natürlich besser sind. Das wichtigste allerdings ist: Unsere Kleinen gehts gut. Herzschlag gut. Munter im Bauch. Gutes Wachstum. Das ist das Wichtigste.

Das Schwierige ist nun, entspannt zu bleiben. Denn natürlich sitze ich auf heißen Kohlen. Wir haben uns nun drei Kriterien gesetzt, die für uns entscheidend sind, erneut den Weg anzutreten:

  • Wehen so stark, dass das Atmen schwer fällt und die nach einem heißen Bad nicht weggehen
  • ein Blasensprung

Nicht nur, dass es für uns immer eine große Aufregung ist, in die Klinik zu düsen, so langsam habe ich auch gegenüber den Hebammen und Ärzten ein echt schlechtes Gewissen. Aber was soll ich machen?

Nun hoffen wir, dass die Warterei oder die Wehen bald ein Ende haben und wir zumindest die letzten 3,5 Wochen noch genießen können. Nächsten Freitag steht mein 25. Geburtstag vor der Tür, den ich natürlich gerne noch einmal feiern wollen würde. Aber die ganze Angst um „wann-gehts-los“ hindert mich daran, noch irgendwelche Termine auszumachen; nicht mal für den nächsten Tag. Aber hey, es ist mein Geburtstag, vielleicht sollte ich es einfach tun und hoffen, dass sie sich bitte bitte einen anderen Tag aussucht als den 29.September 😀

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