Anträge, Formulare & Papierkram (den ihr nicht vergessen solltet)

Ein Baby ist nicht nur mit einer großen Vorfreude, sondern auch mit mächtig viel Papierkram verbunden. Das merke ich spätestens jetzt, wo ich doch diesen Berg bis zuletzt vor mir hergeschoben habe. Aber es hilft nichts – „wenn ich am Ende des Monats nicht ohne Gehalt dastehen möchte, sollte ich den Berg ziemlich schnell abarbeiten!“ Das sagte mir nicht nur mein Bauchgefühl, sondern auch mein Kopf!

„Also gut“, dachte ich mir, „was brauche ich überhaupt alles?!“

Um euch dieses Gefühl der Überforderung zu ersparen oder das Chaos zumindest etwas durchsichtiger zu machen, gebe ich euch mal eine kurze Auflistung der wichtigsten Anträge, Formulare und sonstigem Papierkram 🙂

Mutterschaftsgeld

Falls du, wie ich, angestellt und somit auch gesetzlich krankenversichert bist, gilt für dich ebenfalls das Prinzip des Mutterschaftsgeldes, das 6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen (bzw. 12 Wochen bei Mehrlings- oder Frühgeburten) nach der Geburt von deiner Krankenkasse ausbezahlt wird. Für Selbstständige oder Erwerbslose bzw. Studenten gelten soweit ich weiß andere Regeln.

Wie wird es beantragt? Ab der 33. Woche gibt es von deinem Gynäkologen einen gelben Wisch, auf dem der errechnete Geburtstermin steht. Auf der Rückseite füllst du persönliche Daten aus und gibst deine Bankverbindung an. Diesen Schein schickst du direkt an deine Krankenkasse, die sich daraufhin bei dir melden wird.

Kindergeld

Das Kindergeld wird über die Familienkasse bzw. die Agentur für Arbeit beantragt (Formular fürs Kindergeld). Da jedoch die Steuer-ID, der Name und der Geburtstag des Kindes benötigt wird, empfiehlt sich eine Antragstellung erst nach der Geburt. Aber dran denken solltet ihr auf jeden Fall 😉

Elterngeld

Der größte bürokratische Brocken, der bei mir Brechreiz verursacht. Aber was solls – leider ist es immens wichtig. Da das Elterngeld von der L-Bank kommt, könnt ihr natürlich auch direkt dort hingehen und hoffen, das man euch weiterhilft. Für alle anderen empfehle ich auf jeden Fall den Elterngeld Rechner. Wir haben echt lange gegrübelt, welche Variante wohl die Beste sei, letzten Endes haben wir es aber doch auf ein gutes Ergebnis geschafft.

Hier noch unsere wichtigsten AHA-Effekte, die euch vielleicht viel Zeit ersparen:

  1. Elterngeld und Elternzeit sind zwei verschiedene Dinge 😀
  2. Das Elterngeld greift zwar erst nach dem Mutterschutz, wird jedoch in der Planung bereits ab dem ersten Lebensmonat des Kindes berechnet
  3. Ihr könnt wählen zwischen dem vollen Elterngeld pro Monat oder dem Elterngeld Plus (ist die Hälfte des vollen Elterngeldes, wird dafür aber auch länger ausbezahlt, nämlich 2 Elterngeld Plus Monate ergeben einen vollen Elterngeld Monat)
  4. Während des Bezugszeitraums des Elterngeldes darf sowohl 450€ also auch Teilzeit gearbeitet werden (bis max. 30 Stunden) – dies muss aber bereits im Antrag angegeben werden. Aber Achtung – je mehr ihr verdient, desto mehr reduziert sich auch das Elterngeld.
  5. Falls euer Partner ebenfalls Teilzeit arbeiten will/kann, könnt ihr den Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen, was voraussetzt, dass du und dein Partner gleichzeitig, vier Monate am Stück, Teilzeit arbeitet.

So, vielleicht hilft euch das ein wenig weiter 😀

Wo kann ich es beantragen: Hier ist der Link zu den Formularen

Anmeldung zur Geburt

Auch das solltet ihr auf dem Schirm haben, um in der heißen Phase etwas Spannung rauszunehmen. Habt ihr bereits das Krankenhaus gefunden, in dem ihr entbinden wollt, könnt ihr euch ab der 36.SSW zur Geburt anmelden (meist im Rahmen der Hebammensprechstunde). Dort wird Formelles geklärt, eure Akte angelegt aber auch auf Wünsche eingegangen, die ihr für die Geburt habt (z.B. Wassergeburt, alternative Schmerzmittel, PDA, etc.). Ihr könnt euch übrigens auch in zwei Krankenhäusern anmelden. Ggf. wird empfohlen, das Stammbuch zur Anmeldung mitzubringen.

Antrag auf Familienversicherung

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die Frage nach der Versicherung. Seid ihr gesetzlich versichert, wird das Kind zukünftig auf einen der beiden Eltern versichert werden und zwar im Rahmen der Familienversicherung. Hier solltet ihr euch überlegen, wer das übernimmt und bei der Kasse einen Antrag stellen. Einfach anrufen, die Formulare erhaltet ihr per Post oder sogar online.

Anerkennung der Vaterschaft

Das betrifft uns jetzt nicht, da wir bereits verheiratet sind, aber für diejenigen unter euch, die es nicht sind, solltet ihr vorab bereits die Vaterschaft anerkennen lassen. Das spart euch den Streß nach der Geburt. Soweit ich weiß, ist das Standesamt dafür zuständig.

Steuerklasse wechseln

Falls ihr das eh noch nicht getan habt, empfiehlt sich das unbedingt – spätestens mit Beginn des Mutterschutzes 😉

 

Ihr seht, es ist viel Aufwand und das wichtigste ist, nicht den Kopf zu verlieren. Gemacht werden müssen die Dinge leider sowieso irgendwann – also macht sie lieber jetzt, wo ihr noch Zeit und Muße habt. Später werden wir alle vom Schlafmangel geprägt sein und ich glaube, dass sich ein Elterngeldantrag dann mindestens noch dreimal zäher liest als es jetzt der Fall ist 😀

 

 

 

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