Lungenreife, Wehenhemmer und das große Bangen

Es gibt Dinge, die muss man nicht unbedingt mitnehmen…Wir, wie es aussieht, (leider) schon.

Nun unser Status-Update zu einer aufregenden,ersten Wochenhälfte:

Am Samstag hatte ich, wieder einmal, stärke Wehen im Bauch und im Rücken. Bis dahin hatte ich mich immer gefragt, wie sich Wehen eigentlich anfühlen, denn wenn man ein Gefühl interpretieren soll, das man noch nie gehabt hat, ist das echt schwierig. Nach dem besagten Samstag, würde ich diese nun wie folgt beschreiben: Es fühlt sich an, wie ein stechender Schmerz im Rücken bzw. im Steißbeinbereich, der sich durch das komplette Becken zieht. Auch das Laufen fällt schwer und man weiß gar nicht so recht, welche Position man einnehmen soll. Der Bauch wird hart wie Stein, entspannt sich allerdings nach 30-60 Sekunden wieder. Kommen diese Schmerzen in regelmäßigen Abständen sind es definitiv Wehen. Mir war am Samstag noch dazu so schlecht, das ich nicht mal eine Gabel meines liebevoll gekochten „Plovs“ herunterbekommen konnte 😦

Also gab es nur einen Weg: Ab in die Klinik.

Gesagt, getan. Wieder wurde ein CTG angelegt, um nach den Herztönen und der Wehentätigkeit zu schauen. Bis auf ein paar wenige war alles ok. Der Ultraschall bestätigte jedoch, dass sich mein Gebärmutterhals innerhalb weniger Tage auf eine Länge von 2,4cm verkürzt hat, was in der 32.SSW eigentlich noch nicht passieren sollte. Die Ärzte rieten mir daher zu einer Lungenreife, bestehend aus 2x Cortisonspritzen, die die Lungen des kleinen Würmchens vorzeitig reifen lassen. Denn die natürliche Ausbildung der Lungen im Mutterleib ist eigentlich erst mit Abschluss der 34. Woche beendet. Erhält man vorab die Cortisondosen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine selbstständige Atmung im Falle einer Frühgeburt. Als die Ärzte uns das im Schnelldurchlauf erklärten, war ich nicht die einzige, die überrascht war, dass nun schon das Thema „Geburt“ im Raum stand – aber man wollte retten, was zu retten ist. Wir willigten ein und so erhielt ich anschließend an die Untersuchung auch mein Domizil für die folgenden Tage.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich eigentlich ganz ok. Die erwarteten Nebenwirkungen des hohen Cortisons blieben mir zum Glück erspart. Keine schweißtreibende Nacht, kein purpurrotes Gesicht, kein Herzrasen. Jedoch kamen die Wehen zurück und das über den Tag verteilt in einem relativ schmerzhaften Ausmaß. So blieb mir nichts anderes übrig, als mich gegen Abend erneut im Kreißsaal vorzustellen, wo unter großer Verwunderung festgestellt wurde, dass sich mein Gebärmutterhals nun auf 1,0cm verkürzt hat. Die Ärzte fackelten nicht lange und begannen sofort mit der Einleitung der Tokolyse – der Gabe von Wehenhemmern. Da ich eine Kandidatin von (extrem) niedrigem Blutdruck bin und die Mittel eigentlich auch zur Blutdrucksenkung genutzt werden, musste ich zur Überwachung vier Stunden am CTG, Blutdruckgerät und Tropf verbringen, in der Hoffnung, dass die Wehentätigkeit wieder abnehmen würde. Anfangs sah es leider nicht danach aus, sodass auch bereits die Kinderärzte in der angrenzenden Kinderklinik informiert wurden, falls es tatsächlich zur Geburt kommen sollte. Ich hatte echt Schiss, denn so schnell hatte ich mich nun doch noch nicht auf die Lage vorbereitet. Mir schossen tausende Bilder durch den Kopf und auch auf die Frage der Hebamme, ob ich glaube, dass die Kleine sich unbedingt auf den Weg machen will, wusste ich keine Antwort. Jedoch hoffte ich inständig, dass sie sich noch etwas Zeit lassen würde…Nach der achten Tablette Adalat hingegen, schien sich die Lage zu entspannen. Es wurde Entwarnung gegeben. Gott sei Dank!

Nun liege ich noch ein paar Tage zur Beobachtung hier, um zu schauen, ob alles so bleibt, wie es bisher ist. Die Gewissheit hat man jetzt leider nicht mehr, was bedeutet, dass es theoretisch jeden Moment losgehen kann. Aber ich glaube an die vielen guten Erfahrungsberichte, die besagen, dass auch Frauen mit vorzeitigen Wehen ihren geplanten Entbindungstermin erreicht haben.

Das schaffen wir auch!

Die Ärzte sind mittlerweile optimistisch, mich bald zu entlassen, was ich wirklich toll finde, denn zuhause erhält man doch, im Rahmen seiner Liebsten, die beste Genesung.

Und sei es nur ein feuchter Hundekuss 😀

 

 

 

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