Giftstoffe in Babykosmetika – (M)eine ernüchternde Analyse

Ich habe ja in diesem letzten Abschnitt der Schwangerschaft relativ viel Zeit, um mich mit Dingen zu beschäftigen, die sonst im Alltag untergehen. Nun achten wir bei manchen Konsumartikeln bereits penibel genau auf die Inhaltsstoffe (z.B. Lebensmittel), bei anderen ist es uns mehr oder weniger egal, wie beispielsweise bei der Kosmetik. Da die Haut jedoch unser größtes Organ ist, lohnt es sich vielleicht einmal, einen genaueren Blick auf unser Kosmetikdepot im Badezimmer zu werfen. Gerade hinsichtlich der Palette an Babycremes-, ölen-, lotion-, puder und anderen hundert Pflegeprodukten für die Kleinsten sollten wir durchaus kritisch sein – denn nicht alles, was uns bereits in frühen Jahren als Marke geprägt hat, hält, was es verspricht.

Hier meine (ernüchternde) Analyse anhand eines anschaulichen Beispiels:

IMG_5250 KopieDer Klassiker unter den Baby-Popo-Cremes oder auch mal als Handcremeersatz in der eigenen Handtasche. Bereits die Retro-Verpackung signalisiert uns Bodenständigkeit und ein Sicherheitsgefühl, denn schließlich schwören bereits unsere Mütter und Großmütter auf zahlreiche, fast schon nostalgischen Produkte. Doch kann es wirklich sein, dass sich die Rezeptur vieler Marken in den letzten 100 Jahren nicht oder kaum verändert haben? Ich glaube nicht.

Eines der Hauptbestandteile vieler Cremes: Petrolatum, Zinc Oxide, Lanolin, Talc, Aqua, Panthenol, Hamamelis Virginiana Extract, Hamamelis Virginiana Water, Allantoin, Sorbitan Sesquioleate, Cetylpyridinium Chloride, Paraffinum Liquidum, Glycine Soja Oil, Tocopherol, Alcohol, Parfum, CI 40800 (Quelle: http://www.penaten.de)

Petrolatum: Auch  besser bekannt als Vaseline, zählt zu den Wachsen bzw. Schmierstoffen und wird vorwiegend aus Erdölen gewonnen. Weitere Einsatzgebiete von Petrolatum sind: Maschinenschmierstoffe, medizinische Salben, Leder- und Melkfette, Polierpasten, Rostschutzmittel (Quelle: http://www.haut.de/inhaltsstoffe-inci/inci-detail/11488/). Lecker. Wir nutzen somit einen Stoff sowohl als „Hautpflegemittel“ als auch als Anti-Rostschutz-Schmiere für Maschinen. Warum? Weil Vaseline die Oberfläche abdeckt und jegliche Luftkontamination verhindert. Somit kann die Haut nicht atmen. Doch gerade unsere Dickdarmbakterien haben einen anaeroben Stoffwechsel, was bedeutet, dass diese nicht zwingend Sauerstoff zum Wachsen benötigen. Und wo sitzen E.Coli & Co.? Richtig – am Kinderpopo. Das Ergebnis: wundwerden. Und ganz ehrlich – das soll gesund sein?! Darüber hinaus sollten wir uns bewusst werden, das wir auch über Schleimhäute unsere Nährstoffe beziehen – gerade bei Mädchen mit Schleimhäuten im Intimbereich, sollte man also genau überlegen, welche Stoffe man auf diese Hautstellen gibt.

Um die Bakterienhorde vom nicht-atmenden Babypopo zu beseitigen, braucht es nun eine Art Desinfektionsmittel oder Bakteriozid. Warum also nicht eine Verbindung wählen, die als chemische Funktion aufweist, dass sie sich in Zellmembranen lebender Organismen anreichert und so die Funktion der Zellmembran beeinträchtigt? (http://www.chemie.de/lexikon/Quartäre_Ammoniumverbindungen.html). Nämlich folgende:

Cetylpyridiniumchlorid:  ist eine quartäre Ammoniumverbindung, die aufgrund ihrer antiseptischen Wirkung als Arzneistoff (Lutschtabletten, Mundspüllpsungen, zur Behandlung von Infektionen & Entzündungen in Mund & Rachen), Konservierungsmittel (Zahnpasta) und zur Vorbeugung gegen Zahnbelag eingesetzt wird. Zudem ist Cetylpyridinumchlorid ein Stoff, zu dem bisher widersprüchliche Hinweise auf eine Teratogenität (Fehlbildungen beim Embryo) vorliegen. (Quelle: Kompaktwissen Desinfektion, Behr’s Verlag, Stuttgart, 2006)

Paraffinum Liquidum: Zählt, wie Vaseline, ebenfalls zu den Mineralöl-Derivaten. Auch hier sind die Einsatzgebiete sehr vielfältig und beschränken sich nicht nur auf die Kosmetik. Die wohl bekannteste Paraffinverwendung finden wir als Brennstoff in Kerzen. Vielleicht habt ihr auch schon einmal einen Feuerspucker bestaunen dürfen – das flüssige Zeug, dass man auch hinterher riecht, ist ebenfalls Paraffin. Auch Paraffine stehen im Verdacht, sich in Organen wie Lymphknoten, Leber und Milz abzulagern.

Es gibt zahlreiche Exempel für die Verwendung merkwürdiger, kritischer Stoffe in Kosmetik. Daher rate ich euch, sich einfach mal ein Stündchen oder zwei Zeit zu nehmen, um zu analysieren, was in eurem Badezimmer bzw. eurem Wickeltisch so alles versteckt ist.

Alternativen? Naturkosmetik!

Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn nicht alles ist Gold, was glänzt. Auch die Bandbreite der Naturkosmetik ist groß und die Toleranz des Gesetzgebers mehr als human. So müssen alle im Handel erhältlichen Produkte konserviert sein, denn sonst ist der Verkauf ausgeschlossen. Darüber hinaus gibt es keine rechtliche Regelung, wann ein Produkt als „natürlich“ gilt – somit kann der Hersteller durchaus mit einem grünen Etikett das Vertrauen gewinnen, obwohl die Inhalte etwas anderes sagen. „Echte Naturkosmetik zeichnet sich dadurch aus, dass sämtliche Inhaltsstoffe auf pflanzlicher Basis hergestellt sind“, sagt Joachim Banzhaf, Leiter der Zertifizierungsstelle EcoControl (Spiegel-Online Bericht ). Auch die Inhaltsliste sollte verständlich sein und eine Volldeklaration aufweisen, was jedoch sehr selten der Fall ist. Doch was ist nun die Alternative zu konservierter Naturkosmetik, die oftmals auch mehrere Jahre hält? Richtig, eine Frischekosmetik, die eben darauf abzielt, möglichst schnell verbraucht und daher ohne Konservierungsstoffe auskommt. Schließlich bevorzuge ich ja auch frische Möhren anstelle von Konservendosen.

IMG_5007So bin ich auf die Produkte der österreichischen Firma Ringana (weiter Infos unter Beauty Must-Haves) gekommen, die eine hervorragende Qualität aufweisen. Denn diese kommen ohne Duft- und Konservierungsmittel aus und die Firma produziert tatsächlich nur dann, wenn genug Kundenbestellungen eingehen – dadurch ist die Frische für mich gewährleistet. Klar, solche Produkte sind nicht im Handel erhältlich und vielleicht auch teurer als die 2€-Balea-Creme. Aber mal ganz ehrlich: Wir investieren so viel Geld in so viel Schrott – tagtäglich. Warum dann also nicht mal sinnvoll investieren und dadurch Zeit, Nerven und Gesundheitsprobleme sparen? Kein Drogeriemarktgerenne, keine 1000 Produkte im Bad und vielleicht auch weniger Hautprobleme, Allergien oder Gesundheitsprobleme, dessen Ursache ihr bisher verzweifelt gesucht habt.

Mag sein, dass einige von euch dies alles für blöde Verschwörungstheorien halten, aber ganz ehrlich: Wenn es Stoffe gibt, die sowohl in der Industrie als auch in der Kosmetik (in hohen Dosen!) eingesetzt werden, finde ich das moralisch bedenklich. Zumal wir auch nicht vergessen dürfen, das die Fettfilme, die wir beim Duschen wieder absondern, in unser Grundwasser gelangen und somit auch ein ernstes Problem für unsere Umwelt darstellen.

„Sapere Aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – Immanuel Kant 

 

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