Mein Weg zum Chirurgen – Wenn die Leiste bricht

Schei* Timing…mehr kann man dazu einfach nicht sagen.

Ich habe mir nichts groß dabei gedacht. Ein Ziehen im vorderen Beckenbereich. Das sollte ja eigentlich normal sein, wenn man bedenkt, das ab Sonntag der 8. Schwangerschaftsmonat vor der Tür steht. Na klar, auch ein Becken muss sich weiten – schließlich muss in rund 11 Wochen ein ganzes Kind hindurch passen. Von da an nahm ich das Ziehen als Hinweis für eine weitere körperliche „Umstrukturierung“. Aber es wurde irgendwie nicht besser. Zum Ziehen kamen ziemliche Schmerzen im Steißbein und Rückenbereich hinzu, sodass ich mich dann doch auf den Weg zum Arzt machte. Dieser meinte, dass meine Leiste durchaus etwas auffällig sei und man es beobachten müsste. Für den Rücken verschrieb er mir einen Bauchgürtel, der die Lendenwirbelregion stützen und entlasten sollte. Mit dem Rezept in der Hand bewaffnet, macht ich mich sofort auf den Weg ins nächste Sanitätshaus.

Ich wurde vermessen, es wurde probiert, wie das halt bei orthopädischen Produkten so ist 🙂 Natürlich fand die Beratung durch einen Fachmann statt, der gewiss wusste, was er tat. Dachte ich mir zumindest. Dennoch hielt ich es für ratsam, ihn einfach nochmal zu fragen, ob dieser Bauchgürtel, der in schillerndem Lila meine Hüfte zierte, zusätzlichen Druck auf meine Leistengegend bringen würde. Mr. Ich-bin-Physio wollte natürlich auch nochmal seine Expertise unter Beweis stellen und drückte mir genau auf die Stelle, die bisher durch ein mehr und weniger starkes Ziehen meine Aufmerksamkeit erregt hat.

Dank der „fachmännischen“ Palpation (so nennen wir das Abtasten von Körperstellen 😀 ) hatte ich nun richtige Schmerzen. Klasse. Super gemacht. Und innerlich ohrfeigte ich mich, dass ich so etwas überhaupt zugelassen hatte. Aber meine innere Gutmütigkeit und der Glaube an die Berufskompetenz täuschten mich abermals.

Bisher kannte ich das nur vom Friseur. Das tat zwar auch weh, wenn ich nach einem erwartungsvollen Besuch in den Spiegel blickte und hoffte, dass man mir meine Wut über den verranzten Haarschnitt nicht ansah, aber das hatte wenigstens keine medizinischen Folgen – so wie jetzt.

Seit meinem Besuch im Sanitätshaus habe ich nun die bekannte Beule, die eindeutig auf den Leistenbruch hindeutet. Klasse. Danke. Die Schmerzen sind jetzt natürlich auch nicht nur dezent wahrnehmbar, sondern ich spüre es bei jeder Bewegung oder Nicht-Bewegung. Liegen, Stehen, Sitzen – es ist zum heulen…

Also führte mein Weg recht schnell wieder zu meinem Gyn und der drückte mir gleich die Überweisung zum Chirurgen in die Hand. „Man kann da in der Schwangerschaft eh nicht viel machen.“ Ja..das dachte ich mir. Vollnarkosen und eine OP wären jetzt bestimmt nicht gerade das, was meine Kleine im Sinn hat, aber es gibt auch noch andere Fragen, die mir unter den Nägeln brennen:

  • Wie sieht es bei einem Leistenbruch mit einer normalen Geburt aus?
  • Wird es jetzt ein geplanter Kaiserschnitt?
  • Ab wann muss ein Leistenbruch operiert werden?
  • Wie hoch ist das Risiko, das der Darm durch den wachsenden Bauch beschädigt wird?
  • Wie hoch ist das Risiko, dass der Bruch durch das wachsende Gewicht (das ja in den nächsten Wochen noch einmal massiv zunehmen wird) größer wird?
  • Wie sieht es mit Bewegung aus? Oder lieber ausschließlich Liegen?

und zu Guter und wichtigster Frage

  • WAS VERDAMMT IST DAS BESTE FÜR MEIN KIND?!

 

Ja…man kann noch so viel googeln, dennoch ist auch Körper individuell und ich kann leider nicht hineinschauen. Nun hoffe ich auf einen empathischen Arzt, der die Sorge einer Schwangeren versteht und es nicht als „ach-ist-doch-nur-ein-Leistenbruch“-Patientin abtut. Nein, ich mache mir Sorgen und möchte einfach ernst genommen werden, da ich schließlich zwei Verantwortungen habe: Gegenüber meinem Kind und mir selbst.

Jetzt heißt es Daumen drücken (denn diesen Artikel verfasse ich gerade vor meinem Arztbesuch) und ich werde berichten, sobald ich neues weiß.

 

 

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