Abenteuer Kreißsaal

Albert und ich dachten uns, dass es so langsam mal an der Zeit wäre, um sich die nahegelegenen Geburtsstationen und Kreißsäle mal näher anzuschauen. In unserem Fall (und bestimmt auch bei euch) bieten die Krankenhäuser nämlich so genannte Infoabende für werdende Eltern an, in denen meist etwas zu den Praktiken und Vorgehensweise der Klinik bei der Geburt erzählt wird. Anschließend besichtigt man die Kreißsäle, um so einen ersten Eindruck zu erhalten, wo man (im besten Fall) Ende der 40. Woche landen wird. (Manche Infoabende öffnen Paaren allerdings auch die Augen, wo sie keinesfalls entbinden wollen 😀 )

In unserem Fall wählten wir das Siloah Krankenhaus, eine Klinik, die einen guten bis sehr guten Ruf genießt und sich regelmäßig modernisiert. Der Infoabend dort findet 1x im Monat statt, so hat man ein paar Termine zur Auswahl und man müsste meinen, dass sich der Andrang in Grenzen hält.

Sicherheitshalber waren Albert und ich an jenem Montag doch etwas früher dran, denn es war mega heiß draußen und ich wollte auf jeden Fall einen Sitzplatz haben. Und wir lagen mit unserem Bauchgefühl definitiv richtig! Eine halbe Stunde vor Beginn war der Saal (!) bereits halb gefüllt mit jungen werdenden Mamis samt Anhang, manche sogar die eigene Mutter im Gepäck. Wir platzierten uns in der dritten Reihe, um sicherzugehen, dass wir alles verstehen. Punkt 20 Uhr ergriff dann ein sympathisch wirkender Oberarzt das Wort und begann mit einer kurzen Einführung zum Thema „woran merke ich eigentlich, dass es losgeht?“. Eine berechtigte Frage, denn so wirklich eindeutig kann man das wohl nie sagen. Aber dazu bald mehr in einem anderen Blogeintrag 🙂

Uns werdenden Eltern war es natürlich nicht nur wichtig zu wissen, wie man eine Geburt erkennt ( ich glaube, irgendwann weiß JEDE von uns wie sich eine Wehe anfühlt 😀 ), sondern auch, wie denn die Geburt speziell in diesem Krankenhaus abläuft. Da erfährt man etwas über sogenannte Kaiserschnittsraten, Gebärmöglichkeiten wie Wassergeburt und Co., ob das Bonding angeboten wird (also der direkte Körperkontakt zwischen Mama (manchmal auch Papa) und Baby nach der Geburt) oder wie viele Hebammen eigentlich so vertreten sind. Gerade letzteres wird in vielen Kliniken immer mehr zum Problem, denn Hebammen sind echt rar geworden. Das hab ich bereits bei der Suche nach einem geeigneten Geburtsvorbereitungskurs festgestellt. Als der informative Vortrag nach rund 1 1/2 Stunden vorbei war und wir voller Vorfreude auf den Kreißsaal in Richtung der Aufzüge stürmten, schnappte ich mir noch schnell einen Stapel Flyer im vorbeirennen. Aber als wissbegierige Futuremom hab ich natürlich auch in meinem Notizheft alle Infos vermerkt, die mir wichtig erschienen 😉

Den Kreißsaal hatte ich mir irgendwie doch anders vorgestellt. Unter Kreißsaal versteht man nämlich nicht nur einen Raum, sondern eine komplette Station – angefangen von Aufnahmezimmern, Familienzimmern, vier Kreißsälen, Toiletten, Caféecke (ganz wichtig! :-D) und sonstigen Räumlichkeiten. Gedanklich stellte ich mir bereits am Eingang vor, wie ich dort mit Riesenbauch und höllischen Schmerzen an der Tür klingele und um Einlass erbete, in der Hoffnung, noch ein Plätzchen zu ergattern 😀

Ansonsten fand ich die Kreißsäle an sich recht schnucklig, der eine war so der Vorzeigekreißsaal mit Designerbett und abgestimmten Farbkonzept, die anderen waren zwar auch farblich untermalt, aber dennoch eher schlichter. Festlegen, wohin ich will, tu ich mich nicht, denn hinterher wäre ich vielleicht enttäuscht, wenns doch nicht Kreißsaal 1 ist 😛  Aber ich fühlte in gewisser Maßen heimelig und auch die Hebammen waren alle super nett und sympathisch, was meiner Meinung nach fast das Hauptkriterium sein sollte.

Mit einem guten Gefühl stiegen Albert und ich ins Auto, um bei einem Sub und einer Cola nochmal den Abend Revue passieren zu lassen. Eine super Klinik, da waren wir uns einige. Und von der Fahrzeit her, brauchten wir (wenn wir das Tempolimit mal ignorieren) knapp 8 Minuten. Perfekt. Das einzige Manko war in der Tat, dass sich nur Schwangere mit abgeschlossener 36. Schwangerschaftswoche zur Geburt anmelden durften, da nämlich keine angrenzende Kinderklinik vorhanden war. Letzten Endes weiß man nie, wann das Kleine sich auf dem Weg macht. Aber noch blöder wäre es, sich auf ein Krankenhaus einzuschießen, in dem man am Ende möglicherweise gar nicht landen wird. Daher heißt es, Alternativen suchen und hoffen, dass es sich die Kleine bis dorthin noch lange in Mamis Bauch gemütlich machen wird.

Hier noch eine kleine Liste mit Fragen, die ich im Vorfeld der Klinikbesichtigung sehr hilfreich fand:

  • wird Bonding betrieben?
  • gibt es Familienzimmer? (Also die Möglichkeit, dass Papa immer da ist)
  • gibt es Alternativen zur PDA?
  • wie steht die Klinik zur Homöopathie?
  • wie viele Hebammen sind vor Ort?
  • Und finde ich das Personal sympathisch?
  • wie viel Fahrstrecke habe ich zur Klinik?
  • welche Fristen und Termine muss ich einhalten (beispielsweise zur Anmeldung?)
  • ab welcher Woche darf entbunden werden?

 

Ich kann euch so einen Infoabend nur empfehlen, denn es nimmt einem auch ein bisschen die Angst, wenn man weiß, wo man später hinkommt und vielleicht das ein oder andere Gesicht wieder erkennt.  Ich wünsche euch viel Spaß und viele gute Eindrücke!

 

Ein Gedanke zu “Abenteuer Kreißsaal

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