Ende der 1. Halbzeit – (m)eine erste Bilanz

Wahnsinn..gestern ist nun die 22. Woche angebrochen – die Halbzeit von insgesamt 40 Wochen ist somit überschritten. Es ist schon verrückt, wie schnell die Zeit rennt. Gestern lagen wir gefühlt noch bei 35 Grad im Schatten auf einer Poolliege mit Blick auf die endlosen Weiten des indischen Ozeans. In der linken Hand schlürfte ich genüsslich an meinem Virgin Mojito und in der rechten hielt ich einen dicken Schinken von Dan Brown, den ich innerhalb weniger Tage fast komplett verschlungen hatte. Albert und ich führten Gespräche über dies und das, Oberflächliches aber auch Tiefgründiges, überlegten, wie wir die nächsten Jahre unseres gemeinsamen Lebens beginnen sollten und welche Ziele und Träume wir für die Zukunft visionierten. Unsere Flitterwochen waren unbewusst nicht nur der Start in ein neues Kapitel unseres Lebens, sondern sie sollten auch den Anfang eines neuen Lebens darstellen, das schon ganz bald in meinem Bauch heranwachsen sollte. Wir scherzten im Urlaub viel darüber und irgendwie hatte ich auch nicht wirklich das Bedürfnis mir trotz des All-inklusive-Angebots literweise Alkohol einzuflößen. Irgendwie passte mir die alkoholfreie Variante besser, was aber wohl noch durch das Trauma meiner Hochzeit bedingt war, die ich mit seehr viel Wodka in Erinnerung habe 😀 Meine Abstinenz tat mir somit auch seelisch gut und ich schnupperte lieber am Limettensaft statt an rum-getränkter Minze. Da wir im Urlaub wirklich sehr viel Zeit (und keinen deutschen Fernsehkanal hatten), beschäftigten wir uns irgendwann mit potentiellen Babynamen, die wir ja irgendwann mal bräuchten. Und da war uns schon klar, welcher es im Falle eines Mädchens werden sollte. Aber psst. (Denn der ist es nun auch 😀 ).

Startschuss in ein neues Leben

Als ich wenige Wochen später an einem Montagmorgen um 8.24 Uhr tatsächlich von einer motivierten und noch halb verschlafenen Sprechstundenhilfe die positive Botschaft erhielt, dass mein Schwangerschaftshormon „ein bisschen erhöht“ sei, dachte ich erst, das wäre ein Scherz. Doch wir freuten uns so sehr, dass wir bereits in der 7.Woche unserer Familie und den engsten Freunden von unserem Glück erzählten. Ich erinnere mich etwas schwermütig an die ersten Monate zurück, denn das Bangen und Hoffen, ob alles gut verlaufen würde, nagte sehr an mir. Es kamen die ersten Blutungen, die mich in höchste Alarmbereitschaft versetzten, sodass ich nur knapp 15 Minuten später in der Notaufnahme saß. Als mir die Ärzte grünes Licht und eine Spritze gaben, war ich mehr als erleichtert, wenn auch nur für den Moment. Auch wenn mir mein Arzt immer wieder  versichert, dass sich Streß nicht belegbar auf die Schwangerschaft auswirkt, hatte und habe ich dennoch immer Angst, mein Baby zu verlieren.

Nicht immer rosig

Seit letztem Jahr tobt der Scheidungskampf meiner Eltern, der mich als Einzelkind zwischen zwei Stühle setzt. Klar, Scheidungen sind in keinem Alter toll und für eine 24-Jährige vielleicht einfacherer zu ertragen als für ein elfjähriges Kind. Aber wenn man Botschafterin, Schlichterin, Gut-Zurednerin, Zuhörerin (mit mittlerweile Riesenohren) und auch Tochter ist, die eigene Sorgen hat, dann ist die Situation sicherlich auch nicht immer einfach. Ich habe meinen Standpunkt oft genug klargemacht und ich glaube, dass es bei Trennungen mehr als einen Grund dafür gibt, den beide Parteien sicherlich gut genug für sich kennen. Sich zu positionieren ist nicht gut, aber den Mund zu halten, wenn man eine eigene Meinung entwickelt hat, eben auch nicht. Ich grüße an dieser Stelle herzlich all diejenigen, die auch diesen Blogeintrag mit Gier auf potentielle Negativschlagzeilen durchforsten und meinen, mir mit Dummgeschwätz Schaden zuzufügen. Mehr sage ich dazu nicht. Punkt.

Zeit, den Egoismus anzuschalten

Doch werden wir wieder optimistischer. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und noch ist nichts verloren. Ich habe noch 18 wundervolle Wochen vor mir, die ich definitiv anders gestalten muss, als die erste Halbzeit. Aber ich habe bereits wunderbare Pläne und einer davon ist, meinen Stresspegel zu reduzieren. Das Yoga hat mir gezeigt, wie wenig Zeit ich mir in der Woche eigentlich für meine Kleine nehme und wie gut es tut, einfach mal nur dazuliegen und nichts zu tun. Ich habe bereits meine Nähmaschine hervorgekramt, mich mit Kochbüchern eingedeckt und werde demnächst mal ein bisschen herumexperimentieren.

By the way haben wir gerade einen Marathonumzug hinter uns, denn wir haben spontan ein kleines Häuschen in den Weinbergen gefunden, dass unser erstes kleines Nest werden soll. Die letzten Kisten warten noch drauf, verräumt zu werden und das Zimmer unserer Maus steht zum Streichen bereit. Aber alles Schritt für Schritt.

Genieße den Moment

Jeder Moment der Schwangerschaft ist kostbar. Leider weiß man das oft erst dann zu schätzen, wenn die Zeit vorübergeschritten ist. Doch umso wichtiger ist es, einfach mal innezuhalten und sich zu fragen „mach ich das richtig so?“. Die Intuition und innere Stimme gibt uns vielleicht nicht immer die Antwort, die wir hören wollen, aber sie ist oftmals die Wahrheit. Meine Stimme schreit momentan „3 Gänge runterschrauben“ und so höre ich nun u.a. auf meinen lieben Mann, der mich daran erinnert, als Schwangere und werdende Mami keine 130% mehr geben zu müssen.

Und damit hat er wirklich recht.

 

 

 

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