„Ein kleiner Schritt zurück kann der Anlauf für einen großen Sprung sein.“

Ich liebe ja Zitate und weise Worte, aber dieses hier gefällt mir besonders gut! Albert war neulich mit unserem Hund Ted beim Tierarzt und hat diesen Spruch auf einem Kalender entdeckt, den er mir sofort weiterschickte. (Wir sind beide Zitatefans und freuen uns immer über Neuentdecktes 😀 ) Aber dieses Zitat, hat jeden von uns ganz besonders berührt, denn es erinnerte mich an eine erst kürzlich eingetretene Situation, die eine wichtige Entscheidung von mir abverlangte.

Kennt das nicht jeder von uns – man will immer schneller, immer höher und immer weiter kommen. Beziehen lässt sich das eigentlich auf alle Situationen im Leben. Die gängigste ist natürlich die berufliche Laufbahn. Ich hatte ja bereits in Ich als Future Mom erwähnt, dass ich mit meinen 24 Jahren vielleicht einen etwas anderen Weg beschreite als viele meiner Freunde. Dass das jetzt so gekommen ist, konnte ich natürlich nicht ahnen, aber ich bereue es trotzdem nicht, meinen bisherigen Weg und mein Studium gewählt zu haben, auch wenn nun der Gedanke aufkommen könnte: „Hat sich das studieren dann eigentlich gelohnt?“.

Es kommt doch letzten Endes immer darauf an, was du und ich daraus machen. Für den einen erscheint es als Sackgasse für den anderen als Chance. Ich bin ein Chancenseher. Manchmal vielleicht zu sehr Visionär, aber lieber so als frustrierter Realist ohne Vorstellungskraft.

Vielleicht geht es auch dir so, dass du einen Weg eingeschlagen hast und an einem Punkt denkst „Wofür das alles?“. Das muss ja nicht immer unbedingt schlecht sein, denn es kann uns ja auch dazu animieren, einen neuen Weg zu gehen, der uns vorher als Unvorstellbar erschien.

Ein Beispiel zu mir: Ich war seit meiner Schwangerschaft lange am überlegen, wie es jetzt beruflich für mich weitergehen soll. Ich muss dazu sagen, dass ich das Glück habe, gemeinsam mit meinem Dad und Albert einen Supermarkt in einer idyllischen Kurstadt zu führen, was auch absolut deren beiden Berufung ist. Meine auch zum Teil, aber zum Teil habe ich durch mein ernährungswissenschaftliches Studium einfach auch das Bedürfnis, mit Menschen zu arbeiten, die meine Hilfe gebrauchen können. (Und das nicht nur, wenn sie mich fragen, wo denn bitte das Rapsöl steht 😛 ) Keine Frage, ich liebe meinen Job und Lebensmittel (und nein nein nein, wir haben keinen E. sondern einen Rewe 😀 ) , aber ich merke, dass mir eben doch noch ein kleiner Aspekt fehlt.

Jetzt war mein Weg etwas anders geplant – ich hatte mich als Masterstudentin an einer FH in Sachsen-Anhalt eingeschrieben, um dort mein Fernstudium zu absolvieren. Dazu hätte ich noch 2,5 Jahre gebraucht und wäre dann auch nicht wesentlich schlauer als vorher. Ich hätte vielleicht einige neue Aspekte gelernt und einen Einblick in die Forschungsarbeit erhalten, aber mit Menschen hat das eben immer noch nichts zu tun. Also hab ich mich auf die Suche begeben und bin durch Zufall auf die Option des Heilpraktikers gestoßen. (Wer mich kennt und weiß, dass ich alle Thesen immer gerne wissenschaftlich und sachlich beleuchte, wird sich jetzt vielleicht fragen, ob das eine gute Wahl ist, aber ich denke, das ist sie 🙂 ) Und so bin ich kurzfristig in einen Mini-Kurs gerutscht, in dem ich alle 2 Wochen für 3 Stunden das komplette Organsystem nochmals erläutert bekomme. Falls ihr Heilpraktiker auch sofort mit Globuli oder Energieübertragung verbindet, muss ich euch enttäuschen. Es geht letzten Endes darum, den Körper in seiner Komplexität zu verstehen, wie es auch die Mediziner tun. Nach dem Kurs geht es darum, sich auf die Prüfung vorzubereiten, die einem schließlich die Heillizenz einbringt – für viele ein gefundenes Fressen und es gibt bestimmt auch schwarze Schafe, aber für mich ist es endlich die Möglichkeit, Medizin & Ernährung auf eine sinnvolle Weise zu kombinieren.

Ihr merkt schon : Ich bin glücklich damit!

Auch wenn ich vielleicht meine Pläne erstmal über Bord geworfen habe, in einigen Jahren einen Doktortitel vor meinem Namen zu führen und auf Symposien schlaue Vorträge zu halten… Die Schwangerschaft hat mich zu meinen Wurzeln geführt, nämlich, dass ich mit Menschen arbeiten will statt mit Fakten.

Es erschien mir Anfangs wie ein Rückschritt, aber spätestens durch das Zitat „“Ein kleiner Schritt zurück kann der Anlauf für einen großen Sprung sein“,  weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und die Tatsache, dass ich in einigen Wochen sogar (wieder durch reinen Zufall) einen Ort für meine kleine Praxis habe, wo ich zumindest schon einmal mit der Ernährungsberatung beginnen kann, zeigt mir, dass sich alles so zusammenfügt wie es sein soll.

Ich ermutige dich weiterzugehen. Wer weiß, welches Glück am Ende auf dich wartet.

 

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