#Schwangerschaftsmythos Nr.3 – Sport ist schädlich

Ein sehr sensibles Thema, das ich jetzt anschneide, aber ich habe leider feststellen müssen, dass viele der Ansicht sind, dass Sport in der Schwangerschaft einen negativen Einfluss habe. Mir ist es ganz wichtig zu sagen, dass letzten Endes natürlich der Arzt entscheidet, ob es in eurer Schwangerschaft sinnvoll ist, Sport zu machen. Denn es gibt tatsächlich Befunde, die körperliche Anstrengung vorerst verbieten. Meist sind ja die ersten drei Monate die Zeit der „kritischen Phase“ – jedenfalls sagt das immer jeder. Es ist einfach eine Zeit der Ungewissheit und viele, die das schon kennen oder in Zukunft mal kennenlernen werden, müssen feststellen, wie elendig lang einem 12 Wochen vorkommen können. Da ich sehr sehr sehr (!) früh bemerkte, dass sich in meinem Körper ein zweiter Mensch befindet (nämlich in der aller ersten Schwangerschaftswoche 😀 ) war ich natürlich besonders vorsichtig. Aber ich lernte auch, auf meinen Körper und dessen Signale zu hören, was ich (nicht nur in der Schwangerschaft) für äußerst wichtig halte. Wir haben eigentlich in allem ein Frühwarnsystem, bevor manche Dinge so richtig in Gang kommen. So ist ein Schnupfen der Vorbote einer dicken Erkältung, juckende Augen ein Indiz für eine Immunreaktion gegen beispielsweise Pollen, Müdigkeit ein Zeichen für Erholungsbedarf oder ein verspannter Rücken ein mögliches Anzeichen für Streß. Das Problem ist nur, dass wir im Laufe der Zeit verlernt haben, diese Symptom wahrzunehmen und richtig zu deuten. Stattdessen überschütten wir uns regelmäßig mit Dingen, von denen wir uns erhoffen, dass sie wirken. Obwohl wir eigentlich wissen, dass die 5. Folge von Auf Streife unseren Kopfschmerz noch 10x verschlimmert, können wir es einfach nicht lassen uns zuzumüllen anstatt den Weg ins Bett zu suchen.

Ja aber zurück zum Sport 😀

Ich denke, dass es in diesem Punkt genauso ist: Solange wir auf die Signale unseres Körpers hören und es uns gut geht, bei dem was wir tun, sollten wir dies auch tun. Denn wenn wir es uns verbieten, es aber gerne tun würden, geht es uns langfristig schlecht. Verstanden? 😀 Ich probiere es mal mit einem Beispiel: Wie ihr vielleicht inzwischen herausgefunden habt, bin ich dem Laufen verfallen – und das nun seit knapp 7 Jahren. Es ist für mich ein wöchentliches (früher mal tägliches) Ritual, in meine Laufschuhe zu springen und meine Runde an der frischen Luft zu drehen. Laufen ist mein Ventil bei Streß, schlechter Laune, damals in Prüfungsphasen während meines Studiums oder wenn ich über etwas Nachdenken will. Manchmal kribbelt es aber auch einfach nur in meinen Beinen und ich muss mich bewegen! Laufen ist für mich mittlerweile so ein Bestandteil geworden, dass ich richtig frustriert war, als mir der Arzt das Laufen in den ersten 3 Monaten verboten hatte. Klar, ich stelle nichts über das Wohl meines Babys, aber dennoch merkte ich, wie ich mental unausgeglichen war, da mir mein Ventil eben fehlte. Da half leider auch kein Nordic Walking wie ich es in meinem vorherigen Artikel beschrieben hatte. Ich hasse einfach Nordic Walking…

Als ich dann wieder grünes Licht von meinem Doc bekam, stand ich noch am selben Tag in meinen Laufschuhen und war glücklich wie eh und je. Natürlich gehe ich es langsamer an, laufe in Schonhaltung und im Schneckentempo – aber das ist mir egal! Meine Seele ist wieder ausbalanciert und das tut nicht nur mir, sondern auch meinem Würmchen gut.

Sport ist einfach ein Allheilmittel und hilft dabei, unsere Mitte zu finden. Es muss ja nicht das Laufen sein. Manche finden ihre Balance in Yoga, beim Schwimmen, beim Spazieren gehen, beim Tanzen oder oder oder.

Und für wen Sport absolut nichts ist, es vorher auch verabscheut hat und sich auch in der Schwangerschaft nicht dafür begeistern kann, der hat ja noch 1000 andere Möglichkeiten… Nähen, Basteln, Malen, Singen, ein Musikinstrument lernen, eine Sprache lernen, Häkeln, Stricken, Fotografieren, neue Orte entdecken, VHS Kurse belegen, Entspannungstechniken erlernen, Geschichten schreiben und so weiter.

Wie und auf welche Weise jeder von uns seine Mitte findet, ist egal. Wichtig ist nur, sich auf die Suche zu machen. Dann wird man feststellen, dass selbst Zeiten, in denen es mal stürmischer wird, einen nicht so leicht ins Wanken bringen 😉

 

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