Weltschmerz und die Suche nach dem Glück

Glücklicherweise zähle ich nicht zu den Frauen, die vor oder in der Schwangerschaft extrem nah am Wasser gebaut sind. Klar, ich glaube, wir Frauen sind zumindest mal anfälliger für Krokodilstränen wie unser Gegengeschlecht, aber wir haben ja nunmal auch eine etwas andere Hormonfabrik in uns. Bekanntlich verändert sich ja diese auch auf unserer 9-monatigen Reise, bei manchen so sehr, dass sie sogar dann Rotz und Wasser heulen, wenn Schweini sein Nationalelf-Aus bekanntgibt (wobei das vielleicht kein gut gewähltes Beispiel ist, denn ich glaube, da haben sowohl Männlein wie Weiblein Tränen vergossen). Gut, dann nehmen wir vielleicht die Tatsache, dass es an Ostern nur regnet und man total traurig darüber ist, dass man den Grill nicht anschmeißen kann. Das sind dann die kleinen Problemchen des Alltag, die aber meist wieder ganz schnell vergessen sind.

Aber es gibt ja eben nicht nur kleine Problemchen, sondern tatsächlich momentan große Dinge, die in der Welt geschehen. Und das man da manchmal Angst bekommen kann, ist nachvollziehbar. Mir stellen sich in den letzten Tagen vor allen Dingen Fragen nach der politischen Zukunft wie                                                                                                           „werden wir mit unseren Kindern auch in den nächsten 50 Jahre in einer friedlichen Region leben dürfen?“                                                                                                                      „wird das Kräftemessen der Supermächte bald ein Ende nehmen?“                                 „Warum habe ich das Gefühl, dass immer mehr Tyrannen die Welt beherrschen?“

…aber auch existentielle Fragen wie                                                                                            „Wo finden wir als Familie unseren Platz, um uns niederzulassen?“                                              „Wie und wann werde ich mich beruflich vorwärts bewegen?“                                                 „Wie lässt sich eine Selbstständigkeit mit kleinen Kindern vereinbaren?“

Obwohl die Frage nach der Existenz diejenige ist, die uns tatsächlich direkt berührt, macht einem die politische Situation wirklich Angst. Und das als Elternteil zukünftig zu verbergen, stelle ich mir wirklich schwierig vor, denn die Medien werden diesbezüglich nicht nur immer präsenter, sondern in ihrer Berichterstattung auch zunehmen skrupelloser. Wer erinnert sich nicht an die Bilder vom 11.September, die, zumindest mir damals, als Neunjährige gezeigt haben, dass die Welt nicht nur aus Guten besteht.

Denkt man über diese Ängste und Herausforderungen nach, so gibt es fast nichts, was uns dieses Gefühl der Machtlosigkeit nehmen kann. Doch jeder kann zumindest nach einem Weg suchen, um damit umgehen zu lernen und so den Hoffnungsschimmer zu suchen, den es braucht, um seinen Kindern zu signalisieren „alles ist gut – dir wird nichts passieren“.

Diesen Satz würden viele von uns wohl auch gerne hören, wenn die Zweifel nagen, egal ob im Bezug auf den Job, die Beziehung, existenzielle Probleme oder die eigene Gesundheit. Aber es gibt eben keinen Superhelden unter uns, der unsere Probleme wegträgt. Aber es gibt Hoffnung – zumindest ich habe diese jetzt durch Ostern erhalten. Ostern wird nicht umsonst als Hoffnungsfest bezeichnet, denn es ist im Grunde genommen das Fest einer großen Unwahrscheinlichkeit, nämlich, dass ein toter Mensch wieder lebt.

Aber das war es nicht, was mich gestern in der Ostermesse berührt hat, sondern es war vielmehr der Satz eines Engels der sprach „fürchtet euch nicht.“

Glaube versetzt Berge – aber eben auch der Glaube an Schlechtes erschafft immense Gebirge in unseren Köpfen, die uns lähmen und mit Angst erfüllen. „Fürchte dich nicht“ ist ein Satz, denn ich genau in diesen Zeiten brauche, in denen das Schlechte zu überwiegen scheint und ich nach einem Superhelden suche, der mir das Gefühl gibt, da zu sein.

Für manche mag die Frage nach der Existenz nach Gott längst geklärt zu sein, aber manchmal ist es der einzige Strohhalm, der uns in diesen Zeiten ein Gefühl der Zuversicht  gibt, dass am Ende alles gut wird ❤

 

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